Freistellen mit Offenblende


Bei vielen Aufnahmen, wie zum Beispiel Portraits, wünscht man sich eine Freistellung des Hauptmotivs. D.h. die  wichtigsten Bildelemente sollen scharf, der Hintergrund hingegen soll  unscharf abgebildet werden um den räumlichen Eindruck zu verstärken und die Ablenkung vom Hauptmotiv zu vermeiden. Man erreicht das durch exakte Fokussierung auf das Vordergrundmotiv (hier: die Augen) und Erzeugung einer sehr geringen Tiefenschärfe. Die Tiefenschärfe hängt ab von der Blende und der Brennweite. Der Bereich in dem  scharf abgebildet wird ist umso kleiner je länger die Brennweite und je grösser die Blendenöffnung ist. 

 

 

In einer einfachen Testreihe vergleiche ich die Ergebnisse meines Standardzooms mit den Festbrennweiten 35 und 50mm, die beide eine Offenblende von 1,8 ermöglichen.

 

 

 

 

 

Mit meinem Standard-Zoomobjektiv, dem Nikkor 16-85mm, erreiche ich die geringste Tiefenschärfe mit 85mm Brennweite. Leider ist mit der Endbrennweite nur eine Blendenöffnung von maximal 5,6 möglich. Das reicht wie man sieht nicht aus für eine effektvolle Freistellung.

 

Für solche Aufnahmen sind lichtstarke Festbrennweiten viel besser geeignet. Mit dem Nikkor 35mm/1.8 arbeite ich schon länger und ich schätze es auch für Einsätze bei schlechten Lichtverhältnissen und als Minimalausstattung auf Fahrradreisen. An meiner Crop-Kamera Nikon D5300 entsprechen 35 mm etwa der kleinbild-äquivalenten Normalbrennweite von 53 mm.

 

Jetzt habe ich meine Ausrüstung um eine weitere Festbrennweite ergänzt, dem Nikkor 50mm/1.8. Die 50mm entsprechen etwa 75mm KB. Damit bekommt man eine optimale Portrait-Brennweite und die Tiefenschärfe wird noch kleiner als beim 35er. Das verschafft dem Portrait die gewünschte Freistellung vor einem nicht sehr weit entfernten Hintergrund mit einem angenehmen Bokeh.