Bracketing mit qDslrDashboad


Das vorhergehende Kapitel "Halbautomatisches Bracketing mit der Nikon D5300" beschreibt, wie man mit der kamerainternen Bracketingfunktion eine erweitete Belichtungsreihe erzeugt.  Für eine derart improvisierte Vorgehensweise brauche ich nur meine Nikon D5300, ein Stativ ggfs. mit Nodalpunktadapter und einen Kabelauslöser. Es ist also die richtige Methode wenn man mit kleiner Ausrüstung unterwegs ist oder wenn ein grösserer Aufbau aus Zeit- oder Platzgründen nicht möglich ist. 


Hier zeige ich ein Verfahren, das sich eher für sorgfältig vorbereitete Projekte anbietet:

 

Für die Fernsteuerung von Canon- und Nikon-Kameras gibt es eine hervorragende APP. Zoltan Hubai stellt diese Software kostenlos zur Verfügung. Download unter:

 

http://dslrdashboard.info/downloads/ 

 

Diese mächtige Software bietet umfangreiche Möglichkeiten um Kameraeinstellungen über ein externes Gerät vorzunehmen und das Monitorbild und die Fotos zu übertragen. Die APP funktioniert sowohl auf Androidgeräten wie Smartphone oder Tablet als auch auf Windows-Rechnern. Die Verbindung zwischen dem Steuergerät und der Kamera kann wahlweise über ein USB-Kabel (OTG) oder mit Funkübertragung erfolgen. Eine drahtlose Übertragung ist natürlich viel besser zu handhaben und mit der Nikon D5300 ganz einfach herzustellen. Die Kamera verfügt über eine eingebaute WLAN-Funktionalität und die Software auf dem steuernden Rechner erkennt die Kamera problemlos im empfangenden Netz.

 

 

1. Steuerung mit einem Windows-Netbook

Die Windows-Version von qDslrDashboard kann als ZIP-Datei von der oben genannten Seite heruntergeladen werden. Eine Installation ist nicht notwendig. Die Dateien muss lediglich entpackt und auf einem geeigneten Ordner auf der Festplatte abgelegt werden. Das Programm wird durch Starten der EXE-Datei ausgeführt. Vorher muss allerdings unbedingt einmal die Datei vcredist_x64.exe ausgeführt werden um Visual C++ Runtime zu installieren.

 

Für den hier gezeigten ersten Versuch habe ich ein 11-Zoll-Netbook mit Windows 7 als Betriebssystem genutzt und eine WLAN-Verbindung mit der Kamera hergestellt.


Die Bracketing-Einstellungen nimmt man unter Custom-Bracketing vor:

Die daraus beispielhaft erzeugte Belichtungsreihe:

2. Steuerung mit einem Android-Tablet

Der entscheidende Vorteil der kleinen Touchscreen-Tablets ist die einfache Handhabung und grosse Mobilität. Hinsichtlich der Funktionalitäten und der Bedienung ist qDslrDashboard als Android-APP weitgehend identisch mit der oben beschriebenen Windows-Version. Allerdings deuten einige Kommentare im Internet darauf hin, das die Android-Version weiter entwickelt ist und stabiler läuft. Da ich qDslrDashboard zunächst auf meinem Android-Tablet nicht zum Laufen gebracht habe musste ich auf die Vorgängerversion aus dem Google Playstore zurückgreifen. In meinen Versuchen, die sich auf das Costum-Bracketing beschränkt haben, lief diese Version dann problemlos.

 


Anmerkung: Inzwischen kann ich auch mit qDslrDashboard arbeiten. Der Entwickler Zoltan Hubai empfiehlt bei "schwerwiegenden Fehlern" in der Anwendung auf eine ältere Version zurückzugreifen.


 

Für diesen Zweck bietet sich ein Touchscreen-Tablet mit einer Bildschirmdiagonale von 7 Zoll an.

Das Asus Memopad 7 zum Beispiel, das ich aktuell nutze, erfüllt alle Anforderungen für die drahtlose Kamerasteuerung und kann natürlich noch einiges mehr.  Man kann damit auch über ein WLAN-Netz im Internet surfen oder Bilder und Filme betrachten. Mit einer per Bluetooth andockbaren Tastutur verfügt man fast schon über ein kleines Netbook. Unterwegs kann die Hotspotfunktion eines Smartphones  für die Verbindung ins Internet sorgen. Wenn man den Speicherplatz mit einer einsteckbaren Micro-SD-Karte erweitert kann das kleine Tablet schon erstaunlich viel leisten und viele Alltagsaufgaben übernehmen. Es wird mich sicher auch auf meiner nächsten Fahrradreise begleiten. Damit hätte ich die Möglichkeit schon unterwegs und ganz aktuell im Reiseblog zu berichten.



Das Bracketing lässt sich so einstellen, das eine doppelte Belichtungsreihe gespeichert wird - einmal im JPG-Format  und einmal mit  RAW-Dateien. Mit diesem Ausgangs-material hat man dann wirklich alle Möglichkeiten in der weiteren Bearbeitung.



3. Steuerung mit einem Android-Smartphone

 

Mittlerweile nutze ich vorzugsweise mein Android-Smartphone Honor 4X für die Kamerasteuerung. Das Display hat bei diesem Gerät mit 5,5 Zoll eine dafür ausreichende Größe. Man kann Kamera und Smartphone per Kabel über den OTG-USB-Anschluss miteinander verbinden. Komfortabler ist aber die Verbindung über das kamerainterne WiFi.

 

In diesem kleinen Testbeispiel habe ich mit folgenden Geräten, Systemen und APPs gearbeitet:

 

Nikon D5300

Honor 4X, Android-Version 6.0

qDslrDashboard Version 3.5.2

 

 


Fazit: QDslrDashboard ist insbesondere in Verbindung mit dem kamerainternen WiFi-Netzwerk und einem mobilen Steuergerät eine fabelhafte Methode zur externen Kamerasteuerung. Neben dem flexiblen Bracketing eröffnen sich viele neue Möglichkeiten wie zum Beispiel Timelapse, Focus-Stacking usw.