Main-Donau


Die Planung

 

Nach einigen Fahrten quer durch Deutschland in den vergangenen Jahren war es diesmal die Idee, durch Süddeutschland zu fahren und dabei möglichst Flussrradwege zu nutzen. Im Kern waren das der Main- und der Donauradweg.

 

Bei der Routenplanung waren folgende Webseiten besonders hilfreich:

 

http://www.mainradweg.com/ 

http://www.bayerninfo.de/rad (Karte Bayernetz für Radler auch als Printausgabe)

 

  

 

Die offiziellen Radwege standen als gpx-Daten im Netz zur Verfügung. Die Zusammenführung von Teilstrecken erfolgte mit Garmin BaseCamp.

 

Download
Mainz-Passau-gesamt.gpx
GPS eXchange Datei 672.6 KB

Den geplanten Track für die gesamte Strecke stelle ich hier zum Download zur Verfügung. Die einzige größere Plan-Ist-Abweichung: Tatsächlich bin ich dann nicht über Bamberg, sondern über Kitzingen nach Nürnberg gefahren. 


Die Reiseroute

Die Tour beginnt nach der Bahnanreise in Mainz an der Mündung des Mains in den Rhein. Ich fahre den Mainradweg flussaufwärts bis Gemünden und wechsele dort auf den Wern-Radweg. Kurz vor Schweinfurt stoße ich wieder auf den Main-Radweg und folge ihm bis Kitzingen. Die Radwege Vom Main zur Aisch, Vom Main zur Zenn und Zenntal-Radweg  führen mich dann nach Nürnberg. Regnitz-Radweg, 5-Flüsse-Radweg, Schweppermann-Radweg, Lauterachtal-Radweg und Naabtal-Radweg schaffen anschließend die Verbindung zum Donau-Radweg von Regensburg bis Passau. Von dort geht es mit der Bahn zurück nach Duisburg. 

 

Die Übernachtungen

Die Unterkünfte in Mainz, Frankfurt, Nürnberg und Passau waren vorgebucht. Auf weitere Zwischenetappen wollte ich mich nicht genau festlegen und habe mir deshalb jeweils vor Ort eine Pension, ein Gasthof oder etwas ähnliches gesucht.

 

Die Ausrüstung

Ein Trekkingrad plus ca. 13 kg Gepäck. Diesmal hatte ich meine Nikon D5300 mit 16-85er Zoom und das GorillaPod dabei.

 

Das Reisetagebuch


Di. 26.09.  Duisburg -> Mainz

Die Bahnanreise von Duisburg nach Mainz. Planmäßige Abfahrt: 10:30 h. Der Zug fährt mit 75 Minuten Verspätung ab und verliert unterwegs weitere 10 Minuten. Die Zugbegleiterin verteilt Formulare für eine teilweise Fahrpreiserstattung. Bei mehr als 1 Stunde Verspätung soll es 25% geben. Gegen 14:30 h erreiche ich Mainz und mache mich auf den Weg zur Jugendherberge. Ohne Gepäck fahre ich später noch einmal ins Zentrum in die Gegend rund um den Dom.

 

MI. 27.09.  Mainz -> Frankfurt, 59 km

Es ist ein sonniger Tag. Über die Theodor-Heuss-Brücke fahre ich zum Main-Radweg. Zwischen Hochheim und Flürsheim ist der Uferweg gesperrt und die Umleitung führt über die Weinberge. Irgendwo verliere ich den offiziellen Main-Radweg. Mein Navi ist auch nicht sehr hilfreich und meint, es wären noch 120 km bis Frankfurt. Mit Hilfe des Smartphones und GoogleMaps komme ich wieder auf Kurs. In Frankfurt habe ich das Toyoko, ein japanisches Hotel gebucht. Es liegt direkt am Bahnhof. Mein Fahrrad kann ich später ins Fahrrad-Parkhaus bringen. Das funktioniert genauso wie ein Auto-Parkhaus. Für 1 Euro ist mein Fahrrad dort über Nacht sicher abgestellt. Aber erst einmal  erkunde ich "Mainhatten". Ich fotografiere die Wolkenkratzer und positioniere mich zur blauen Stunde auf der Flößerbrücke. Von dort hat man einen phantastischen Blick auf die Skyline. Am Abend esse ich japanisch im Hotel. Es gibt einen Hotpot. Man bekommt einen Topf mit Wasser auf einer Kochplatte auf den Tisch und eine Reihe von Zutaten. Ich lasse mir erklären, wie man das alles zubereitet und isst und lasse mir Besteck anstelle der Stäbchen geben. Die zweite Herausforderung des Abends ist die Bedienung der japanischen Toilette. Das sind Hightech-Geräte mit vielen Bedienelementen. Zum Glück finde ich die Spülung und einen Knopf auf dem steht: Kids/automatic.

 

do. 28.09.  Frankfurt -> klingenberg, 25 km

Wetter: Vormittags bedeckt und diesig, nachmittags sonnig. Als Etappenziel war für heute eigentlich Aschaffenburg vorgesehen. Ich habe aber gestern gesehen, das um 8:30 h ein Ausflugsdampfer dorthin fährt. Ich nutze die Gelegenheit und nehme für eine Strecke an der Senioren-Kaffeefahrt teil. Mein Fahrrad samt Gepäck darf ich mitnehmen. Und so bin ich nach einer entspannten Schifffahrt um 14:45 h in Aschaffenburg und kann mit dem Fahrrad weiterfahren. Ich bleibe für heute in Klingenberg, einem kleinen Weinort und übernachte in der Pension Kalinka. Für den Abend finde ich eine Häckerwirtschaft mit dem Ausschank von lokalen Weinen und zünftigem Essen.

 

fr. 29.09.  klingenberg -> Marktheidenfeld, 77 km

Nachts hat es heftig geregnet, jetzt ist es trocken und am Nachmittag hellt es etwas auf. Es geht weiter auf dem Main-Radweg durch die schöne herbstliche Landschaft. Am Ende drifte ich etwas ab in die sanften Höhen des Spessarts, erreiche aber schließlich Marktheidenfeld. Dort mache ich Quartier in der Pension am Markt.

 

sa. 30.09.  Marktheidenfeld -> Arnstein, 81 km

Wetter: Diesig, später warm und sonnig. Bis Gemünden fahre ich noch etwa 35 km auf dem Main-Radweg. Hier kreuzt sich der Weg mit meiner Nord-Süd-Tour 2015.  Ich folge jetzt weitgehend dem Wern-Radweg und erreiche schließlich Arnstein. Der uralte einfache Gasthof Engel bietet Unterkunft und überrascht mit einem guten Essen.

 

s0. 01.10.  Arnstein -> Kitzingen, 67 km

Ursprünglich war es der Plan, über Schweinfurt und Bamberg nach Nürnberg zu fahren. Am Übergang vom Wern- zum Main-Radweg verfehle ich jedoch den richtigen Abzweig und fahre einige Kilometer in die falsche Richtung. Statt zurückzufahren mache ich aus der Not eine Tugend beschließe, über Kitzingen statt über Bamberg zu fahren. Die Streckenlänge ist etwa gleich und Bamberg kenne ich bereits. Ich übernachte in der Pension Einhorn und bekomme dort ein vorzügliches Schäufele.

 

mo. 02.10.  Kitzingen -> Neustadt a.d. aisch, 55 km

Es gibt immer wieder Regenschauer. Heute fahre ich bis Neustadt an der Aisch auf halbem Weg nach Nürnberg. Ich versuche Kurs zu halten auf dem Main-Aisch-Radweg. Orientierung bietet die B8, aber das Navi bevorzugt Rad- oder Feldwege. Als ein langer Weg durch den Wald auf einer feuchten Wiese endet nehme ich doch wieder die Straße um voranzukommen. Die Stadtinformation schickt mich für die Übernachtung in den Gasthof Post.

 

di. 03.10.  Neustadt a.d.aisch -> Nürnberg, 58 km

Wetter: Regenschauer, Abendsonne. Der Main-Zenn- und später der Zenntal-Radweg sollen mich nach Nürnberg führen. Zwischendurch nutze ich wieder die Straße. In Nürnberg habe ich die Jugendherberge in der Burg gebucht. Altes Gemäuer, moderner Komfort und eine phantastische Lage.  In der blauen Stunde mache ich einige Nachtaufnahmen. Abends nehme ich am Buffet teil.

 

mi. 04.10.  Nürnberg -> Kallmünz, 76 km

Ich beschließe, für den Weg aus der Stadt heraus in die Vorstadt Altdorf die S-Bahn zu nehmen. Von dort geht es auf ziemlich bergiger Strecke weiter auf dem Schweppermann-Radweg nach Kastl. Für eine Übernachtung dort ist es noch zu früh. Ich fahre weiter nach Schmidmühlen. Dort finde ich allerdings keine Unterkunft und auch in mehreren kleinen Orten danach nicht. Schließlich lande ich in Kallmünz und checke kurz vor Einbruch der Dunkelheit in der Pension Malerwinkel ein.

 

do. 05.10.  Kallmünz -> Regensburg, 35 km

Wetter: Sonnig, abends Regen. Weil ich gestern eine lange Etappe gefahren bin habe ich heute nur einen kurzen Weg und bin schon mittags in Regensburg. Ich übernachte in der Katholischen Akademie, einem ehemaligen Kloster. Regensburg bietet viele Fotomotive und am Abend versuche ich es mit Nachtaufnahmen - leider bei leichtem Regen. Im Brandl Bräu gegenüber vom Kloster gibt's wieder Zünftiges aus der bayrischen Küche.

fr. 06.10.  Regensburg -> Straubing, 60 km

Wetter: Morgens Sonne, später bedeckt mit Regenschauern. Es geht mit Rückenwind auf dem Donau-Radweg voran. An der Walhalla lege ich einen kurzen Fotohalt  ein. Kurz vor Straubing zwingt mich ein heftiger Regenschauer zur Pause in einem Cafe. Übernachtung und Abendessen im Hotel Gäuboden.

sa. 07.10.  Straubing -> Deggendorf, 35 km

Viel Regen. Im Stadthotel übernachtet. Abends Gasthof zur Knödelwerferin. Die Frau des Bürgermeisters soll einst feindliche Truppen mit Knödeln in die Flucht geschlagen haben.

 

so. 08.10.  Deggendorf -> Vilshofen, 45 km

Wetter: Regen. Ich werde erst Montag in Passau erwartet, kann also noch einen Zwischenstopp in Vilshofen einlegen. Im Gasthof Wolfenstetter Bräu finde ich ein Zimmer und kann am Abend an einem grossen Abschiedsbuffet der Wirtsleute in den Urlaub teilnehmen.

 

mo. 09.10.  Vilshofen -> Passau, 31 km

Wetter: Bedeckt. Die letzte Etappe ist die kürzeste. Nach 30 km erreiche ich trocken Passau. Ich checke ein im Goldenen Schiff. Der Gasthof liegt in der Altstadt auf der Seite zum Inn. Dort habe ich für zwei Nächte reserviert. Auf einer 45-minütigen 3-Flüße-Schifffahrt verschaffe ich mir eine erste Übersicht und bummle anschließend durch die Altstadt. Für das Abendessen suche ich mir wieder eine Brauereigaststätte.

 

di. 10.10.  Passau

Wetter: Trocken, zeitweise sonnig. Mit dem Pendelbus fahre ich vom Rathaus zur Veste Oberhaus. Von dort oben bekommt man den besten Eindruck von der Lage der Stadt zwischen den Flüssen Donau, Inn und Ilz. Es gibt eine Aussichtsplattform, aber die beste Aussicht hat man tatsächlich durch das WC-Fenster im Museum (Internet-Tip). Ich schiebe die Kamera durch die Gitterstäbe und versuche es mit Reihenaufnahmen für ein Panorama.

 

mi. 11.10.  Passau -> Duisburg

Bahnrückreise.

07:17 h  ab Passau.

14:05 h  an Köln

14:31 h  ab Köln

15:18 h  an Duisburg

Diesmal sind die Züge einigermaßen pünktlich und ich bin am späten Nachmittag wieder zuhause.

 

Fazit

Es war wieder eine gelungene Radtour und zugleich eine erlebnisreiche Reise durch Süddeutschland. Auf der Strecke lagen die Metropole Frankfurt, Städte mit Weltkulturerbe-Status, viele beschauliche kleine Orte und wunderbare herbstliche Landschaften. Die Temperaturen waren für die Jahreszeit noch sehr mild. Es gab auch Regen, aber meistens nur kurze Schauer. Fotografisch war die Tour sehr ergiebig. Die Bildbearbeitung war recht zeitaufwendig weil unterwegs viele Aufnahmeserien für die HDR- und/oder -Panoramabearbeitung  entstanden sind.