Sternenfotografie

Grundlegende Überlegungen und Vorbereitungen


Das Fotografieren des nächtlichen Sternenhimmels ist für mich ein neues Betätigungsfeld. Ich möchte mich nicht mit der sogenannten Deep Sky Fotografie beschäftigen. Was mir vorschwebt sind vielmehr spezielle Landschaftsaufnahmen in der Nacht. Aber auch das bedarf einiger Kenntnisse und Vorbereitungen. Die Grundvoraussetzungen für ein gelungenes Astrofoto sind:

  •  Ein Ort möglichst fernab von Städten mit ihrer „Lichtverschmutzung“
  •  Eine klare Nacht ohne Wolken möglichst ohne Mondschein
  •  Eine Kamera mit einem Sensor, der auch bei hohen ISO-Werten nicht zu stark rauscht
  •  Ein möglichst lichtstarkes und weitwinkeliges Objektiv
  •  Ein stabiles Stativ und ein Kabelauslöser

Ort und Zeit:

 

Die App Photopills wird mir helfen, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Sie gibt detailliert Auskunft zum Stand von Sonne, Mond und Milchstraße zu jedem gewünschten Ort und Datum. Langfristig unvorhersehbar sind natürlich die Wetterbedingungen.

 

Kameraeinstellungen:

 

 Man wird immer die größtmögliche Offenblende verwenden um so viel Licht wie möglich einzusammeln.

 

          Der Belichtungszeit sind Grenzen gesetzt wenn man die Sterne punktförmig abbilden will. Bei zu langen Belichtungszeiten werden die Sterne aufgrund der Erddrehung zu Strichen. Für die Ermittlung der maximal zulässigen  Belichtungszeit orientiert man sich am besten an der NPF-Formel: 

 

Verschlußzeit in sec. = ( 35 * Blende + 30 * Pixelabstand ) / Brennweite

Pixelabstand = Sensorbreite in mm / Pixelanzahl *1000

 

Für die in Frage kommenden Objektive aus meinem Fundus heißt das:

 

Sigma 10-20, 3.5 bei 10mm:

              =((35*3,5)+(30*(23,6/6000)*1000))/10

             = 24 sec.

Nikkor 35 mm, 1.8:

=((35*1,8)+(30*(23,6/6000)*1000))/35

= 5 sec.

 

Es stellt sich die Frage: Welche Konstelllation bringt mehr Licht auf den Sensor? Das lässt sich leicht anhand der Formel für den Lichtwert überprüfen:

 

EV = log2 (100 * Blende2 / ( ISO * Zeit))

 

Daraus ergibt sich ein EV von rund -5 für beide Objektive bei einem ISO-Wert 1600.

                              Der ISO-Wert ist immer der Restwert, der angepasst werden muss. Bei schwachem Licht sind                    unter Umständen noch höhere ISO-Werte nötig.

 

Objektivauswahl:

 

Optimal wäre ein sehr lichtstarkes Ultraweitwinkel-Objektiv wie zum Beispiel das Samyang 12 mm / 2.0. Aus meinem Fundus kommen zwei Objektive in Frage: Das Sigma 10-20 mm / 3.5 und das Nikkor 35 mm /1.8. Ich werde vor Ort mit beiden Objektiven experimentieren. Das Sigma-Weitwinkel liefert einen großen Bildwinkel mit einer einzelnen Aufnahme. Die Alternative dazu ist ein mehrreihiges Panorama mit der 35er Festbrennweite. Mit Hilfe des Panoramarechners konnte ich ermitteln, dass 3 Reihen im Hochformat mit je 6 Aufnahmen erforderlich sind um einen der 10 mm Brennweite vergleichbaren Bildwinkel zu erreichen. Eine ausreichende Überlappung bekomme ich mit einer Schrittweite von etwa 15° sowohl horizontal als auch vertikal. Der Praxistest hat gezeigt, dass 3 x 7 Aufnahmen besser sind um den Beschnitt vollständig auszugleichen. Der Nodalpunktadapter Nodal Ninja 3 wird mir bei der Kamerapositionierung helfen. Ein Vorschub der Einzelaufnahmen nach Augenmaß wäre im Dunkeln sicher schwierig. Das Stitching werde ich wohl wegen der Erdrotation für Vorder- und Hintergrund getrennt machen müssen mit anschließender Überblendung von zwei Ebenen.

 

 

Soweit die Theorie – praktische Beispiele werden folgen.